Mittwoch, 28. März 2012

Nochmal überlichtschnelle Neutrinos

Ich hatte hier schon über die Messungen der Neutrino Geschwindigkeit geschrieben und die Möglichkeit eines systematischen Fehlers. Wenn aber tausende Experimente die Relativitätstheorie bestätigen und eines dieser dann widerspricht, sollte die Fehlersuche zu erst beim Experiment und nicht bei der Theorie beginnen. Dies war auch die Meinung jener Forscher selbst, die das Ergebnis präsentierten. Es gibt in der Zwischenzeit zwar noch keine neue Messungen durch die OPERA Gruppe, dafür aber eine der ICARUS Gruppe. Die Gruppe kann die Ergebnisse nicht bestätigen. Die Signifikanz ist zwar geringer, aber ich gehe davon aus das eine höhere Signifikanz das selbe Ergebnis liefern dürfte. Die Publikation ist unter arXiv:1203.4683v1 zu finden.

Hier noch ein netter Comic von xkcd.com zum Thema:

(Quelle: http://xkcd.com/955/)

Die Behauptung, dass nicht alle Experten dumm sind, ist in der Internetgemeinde durchaus schon zu einer sehr gewagten Behauptung geworden....


Kommentare:

  1. Nur mal so gedacht:

    Wenn bisher noch keine Beweise für Neutrinos mit einer Geschwindigkeit größer als jene von Licht gefunden wurden, ist das nur ein Beweis dafür, dass bis dato keine Neutrinos mit eine Geschwindigkeit jenseits des Lichts gemessen wurden, was wiederum KEIN Beweis dafür ist, dass es solche nicht gibt.

    Die Ergebnisse der Messungen der Supernova der Großen Magellanschen Wolke und Messungen von OPERA und ICARUS sind schließlich Ergebnisse aus besonderen mathematischen Algorithmen und spezieller Auswertungsverfahren, die m.E. nicht vergleichbar sind und einen der Schlüsse einfach nicht zulassen.

    Allerdings gilt auch hier, dass nicht alles, was eine mathematische Bedeutung hat, auch eine physische haben muss.
    Diese Gedankengebilde werden in ihren Räumen und Grenzen wohl vorläufig so bleiben – mindestens aber solange, wie Massen und Lebensdauern von Elementarteilchen und ihre Resonanzen und Wechselwirkungen auf nicht überprüfbaren Vorhersagen beruhen und die ihre Entstehung und Existenz allein aus der Notwendigkeit des Urknalls speisen.

    0,-

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  2. Hey 0,-

    klar ist das kein Beweis, aber im Falle von empirischen Wissenschaften sollte man eigentlich auch nicht von Beweisen sprechen, da man mit einer endlichen Anzahl von Messungen keine Allgemeingültige Aussagen beweisen kann. Man kann Theorien aufstellen und die Vorhersagen überprüfen. Dabei gibt es schon zwei Einschränkungen. Erstens muss die Theorie überprüfbare Vorhersagen bieten und zweitens kann ich die Theorie durch Experimente höchstens falsifizieren aber nicht verifizieren. Worum es mir in dem Artikel ging, ist, dass sowohl QM als auch ART sooft getestet wurden und es zu keiner Falsifikation kam. Kommt dann so ein Ergebnis wie von der OPERA Gruppe, dann sollte man erstmal beim Experiment nach Fehlern suchen und erst dann bei der Theorie.

    ART und QM werden mit ziemlicher Sicherheit nicht einfach irgendwann verworfen werden. Man wird aber eventuell eine bessere Theorien finden, die ART und QM quasi als Speziallfall enthalten (Wie Newton eben ein Spezialfall der ART bei v << c ist).

    Zu dem Thema endlicher Anzahl von Versuche und Messfehlern fällt mir noch ein Witz ein:

    Ein Physiker soll die Behauptung überprüfen, dass alle ungerade Zahlen größer als 1 Primzahlen sind:

    3 prim, passt

    5 prim, passt

    7 prim, passt

    9 Messfehler

    11 prim, passt

    13 prim, passt


    Messreihe abgeschlossen, These bestätigt. ;-)

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